Bike Fitting an Halloween

Am vergangenen Halloween habe ich keine Horrorfilme geschaut und ein Gruselclown ist mir auch nicht über den Weg gelaufen, gegruselt habe ich mich aber trotzdem. Aber immer der Reihe nach: Schon vor einigen Jahren war ich bei Thomas in der Bike Academy Berlin, um mein Rennrad für mich optimal einstellen zu lassen. Zum Start der Cyclocross-Saison war es nun an der Zeit, auch mein neu dazugekommenes CX-Rad im Rahmen eines Bike-Fittings unter die Lupe zu nehmen. Ich musste feststellen, dass seit meinem letzten Besuch bei Thomas vieles passiert war. Zu einer videogestützten Analyse der Sitzposition ist eine Druckmessung am Sattel und im Innenschuh dazugekommen. Diese erlaubt es, einen passenden Sattel zu finden, die Sitzposition zu optimieren und eine bessere Kraftübertragung durch Anpassen der Cleateinstellung zu erreichen.

Die Vorgehensweise beim BikeFitting war mir schon bekannt. Auf die Druckmessung war ich im Vorfeld aber besonders gespannt. In meiner Vorstellung saß ich auf dem Rad in einem Spinnennetz von Kabeln. In Wirklichkeit sieht das Equipment nach einem einfachen Sattelüberzug und dünnen Schuheinlagen aus und überträgt die aufgezeichneten Daten völlig kabellos.

Nachdem die Einlagen zur Messung der Druckverhältnisse unkompliziert ihren Weg in meiner Schuhe gefunden haben, durfte ich einige Minuten in die Pedale treten. Bei der anschließenden Auswertung fing für mich das Gruseln an. Deutlich war auf den Bildern zu erkennen, dass ich hauptsächlich über die große Zehe die Kraft auf die Pedale bringe. Wie schräg und gleichzeitig komisch ist da denn? In meinem Kopf schwirrten  Erinnerungensfetzen an all die kurzen und langen, schnellen und langsamen Touren, die ich in den Schuhen gemacht habe. Habe ich etwa ein Jahr lang nur mit dem großen Zeh zu Arbeit pedaliert? Nach einer Anpassung der Cleateinstellung (die natürlich völlig falsch war) und einer erneuten Messung gab mir Thomas die Entwarnung: wenn die Cleats richtig eingestellt sind, kann auch ich den Druck auf die Pedale über den Fußballen bringen.

Die Satteldruckmessung funktionierte nach gleichem Prinzip. Die Folie zeichnet die Druckbereiche und -intensität auf und überträgt die Daten zum Visualisieren und Analysieren. Die Druckmessung wurde in allen drei Positionen – Oberlenker, an den Bremsgriffen und im Unterlenker vorgenommen. Hier erwartete mich glücklicherweise keine Hiobsbotschaft. Ganz optimal ist mein aktueller Sattel nicht, ist aber auch nichts Dramatisches.

Mit einem gut eingestellten Rad und Cleats, einem Testsattel und guten Hinweisen zu richtigen Cleateinstellung hat der Thomas mich in dem Halloweenabend entlassen. Das war mal wieder ein erkenntnisreicher Besuch bei Bike Academy Berlin, bei dem es für mich sowohl Süßes als auch Saures gab.

Berliner Offroadserie, 2. Lauf

Das Rennrad darf nun den wohlverdienten Winterschlaf halten und das heißt, dass die Cyclocross-Saison offiziell eröffnet ist. Mein allererstes Cross-Rennen liegt mit dem ersten Lauf der Berliner Offroadserie in den Potsdamer Ravensbergen einige Wochen zurück, die Aufregung über bislang unbekannte Rennsituationen und -erfahrungen hallt aber immer noch nach. Am vergangenen Sonntag habe ich mich nach innerlichem Tauziehen doch dazu entschlossen, mich erneut der Herausforderung Cyclocross zu stellen. Bei dem zweiten Lauf der Offroadserie ging es dieses Mal auf die technisch anspruchsvolle Strecke in den Müggelbergen.

Nachdem Martin im Eliterennen die Strecke bei angenehm sonnigem Wetter unter die Reifen nehmen durfte, ging es für Constantin und mich im Hobbyrennen auf die wurzelige und sandige Piste. Sehr erfreulich war, dass außer mir sechs weitere Frauen am Start standen, so dass auch dieses Mal ein kleines Frauen-Rennen zu Stande gekommen ist.

Ohne Anspruch auf Platzierungen und hochkonzentriert technisch sauber und fehlerfrei zu fahren, habe ich drei Starterinnen wegfahren lassen, um dann zu merken, dass ich mit der an der dritten Position liegenden Frau gut mithalten kann. Leider habe ich in meinem Anfängerübermut in der zweiten von drei zu fahrenden Runden mein Rad nach dem Überwinden der Hindernisse so unsanft abgesetzt, dass die Kette komplett abgesprungen war. Die Aussicht auf die dritte Frau aufzufahren rückte damit in weite Ferne. Durch diesen Fehler habe ich viel Zeit und zwei Plätze verloren und konnte jetzt nur Schadensbegrenzung betreiben.

Glücklicherweise konnte ich in der Laufpassage im Sandanstieg die zwei unfreiwillig Vorgelassenen überholen und mich wieder etwas nach vorne orientieren. Das schwarze Trikot der dritten Frau rückte immer nähe und damit die Hoffnung auf eine bessere Platzierung. Leider wiederholte sich das Kettendrama noch einmal, so dass ich wieder zurückgeworfen wurde. Im finalen Sandanstieg kurz vor dem Ziel habe ich überraschend festgestellt, dass die Frau vor mir immer noch mit dem Sand kämpft. So konnte ich mich mit kräftiger Anfeuerung meiner Vereinskollegen und Freunde auf den letzten 20 Metern noch vor sie schieben und damit den dritten Platz sichern. Immer noch verärgert über das Ketten-Unglück, aber zufrieden mit eigenen Leistungen konnte ich die Gesellschaft meiner Freunde und die Herbstsonne genießen, bevor es zum Ausfahren wieder auf das Rad ging. Was war das für ein Krimi von Rennen?

Vielen Dank an Michel Büschke für die schönen Erinnerungstücke in Form von Fotos!

Stand nach dem 2. Lauf

BRC Endspurt Meisterschaft 2016

Am 24. September wurde unsere traditionelle BRC-Endspurt-Meisterschaft ausgetragen, um zu ermitteln wer die schnellsten Beine im Team hat und wer unseren neuen Wanderpokal als BRC-Endspurt-Meister ein Jahr lang bei sich beherbergen darf. Schnell wurde ein toller Austragungsort gefunden und ein abwechslungsreicher Rennnmodus ausgedacht, in dem man in drei unterschiedlichen Wettbewerben Punkte sammeln könnte.

Bei sonnigem Spätsommerwetter ging es für alle Rennfahrer/innen zuerst darum, den Asphalt der Anlage des Berliner TSC zum Glühen zu bringen und die schnellste fliegende Runde zu fahren. Hier konnte sich Timo mit einer hervorragenden Zeit durchsetzen. Auch ich hatte dieses Jahr dank der Unterstützung unsere Gäste Konkurrenz in der Frauenwertung und musste ordentlich auf die Tube drücken, um unseren alten Pokal für ein Jahr mein Eigen nennen zu dürfen.

Als zweites wurde ein Ausscheidungsrennen gefahren, in dem jede fünfte Runde der/die langsamste Fahrer/in das Rennen beenden musste und mit unseren Freunden und Familien Kuchen genießen konnte. Auch für mich war das Rennen erwartungsgemäß ziemlich schnell vorbei. Martin konnte sich deutlich nach vorne absetzen und eine Runde auf seine Verfolger rausfahren. Durch Rundengewinn konnte er die volle Punktzahl einkassieren und kam der Titelverteidigung wieder etwas näher.

Als letzte Disziplin des Tages stand noch die längste Runde auf dem Programm. Da ich keinen Track-Stand kann, war meine persönliche Taktik nach dem Start so langsam wie nur möglich zu der zweiten Startlinie zu rollen. Als meine Mitstreiter bereits ihre Stehversuche an der Ziellinie vorführten, rollte ich noch im Schneckentempo um die Kurve. Das Risiko von ganz hinten sprinten zu müssen war natürlich groß, eine andere Wahl hatte ich aber nicht. In diesem Rennen hat Fabian R. das größte Stehvermögen und Sprinthärte bewiesen und ich konnte aus der letzten Startposition das Rennen als Vorletze beenden.

Nach drei Rennen standen nun die Sieger/innen fest. Schnell wurden noch die Namen der neuen Titelträger auf die Pokale eingraviert und es konnte nun ausgelassen mit Freunden und Familien gefeiert werden.

Lieben Dank an Jörg Wittmann, den fairsten Wettkampfrichter den wir kennen und an Dr. Feil Forschungsgruppe für die Sachpreise für unsere Schnellsten!

Grosser Preis des BRC Endspurt

Unser neuer BRC Endspurt Wanderpokal ist fertig und wird am 24.09.2016 an die schnellsten Beine des Vereins verliehen, die beim freundschaftlichen Kräftemessen während unserer jährlichen Vereinsmeisterschaft ermittelt werden.

Photoes by: Carl Constantin Weber

Der Große Preis des BRC Endspurt ist ein Werk des Potsdamer Bildhauers Carl Constantin Weber und stellt eine Minipumpe dar, auf derer Rücken sich eine Sprint-Szene aus einem Ausscheidungsrennen abspielt. Der Preis: 26cm lang, blattvergoldete massive Bronze, 952g schwer

Die ganze Geschichte gibt es hier: http://carlconstantinweber.de/grosser-preis-des-brc-endspurt-berlin-radsportclub/

Tested: Sunglasses Restorer

Sie müssen einiges Wegstecken: raue Unterlage des Tisches bei einer Kaffeepause, Wucht eines Sturzes in einem Radrennen oder eine Fall auf die Fahrbahn auf freier Fahrt. Der Arbeitsalltag einer Radbrille ist eben nicht leicht und risikoreich. Es kommt schon mal häufiger vor, dass die Brillengläser ordentlich zerkratzt werden oder gar kaputt gehen. Soll man da besser gleich zu den Original-Ersatzgläsern greifen oder kommt man auch mit Replika-Gläsern gut aus? Da die Original-Ersatzgläser für Oakley Radbrillen nicht ganz so preiswert sind, habe ich den Ersatzgläsern von Sunglases Restorer eine Chance gegeben. Schnell wurden die Gläser für die Radbrille im Shop gefunden und fast genauso schnell lagen die verspiegelte Fire Iridium Gläser in meinem Briefkasten. Soweit so gut!

Das Ersetzen der Gläser ging mühelos und unproblematisch. Die Gläser machen einen robusten Eindruck. Die Beschichtung scheint den ersten Härtetest in der Regenschlacht beim Rollbergrennen gut bestanden zu haben. Nach dem sauber Wischen waren keine Beschädigungen zu erkennen. Der Durchblick ist auch gewährt: es gibt keine störenden Reflexionen. Einzig die etwas groß geratene Gravur im linken Brillenglas ist etwas irritierend. Im Gebrauch kann man allerdings im wahrsten Sinne darüber hinweg sehen.

Mein Fazit: wie kratzfest und langlebig die Gläser sind, kann ich aufgrund der kurzen Nutzungsdauer noch keine abschließende Aussage treffen. Der erste Eindruck und die Erfahrung mit dem Shop sind aber durchaus positiv. Ich bin schon gespannt wie sie sich im Langzeiteinsatz gegenüber den Originalgläsern schlagen werden. Vielen Dank an SURE für die Möglichkeit zu testen.