Kategorie: Training

I have a team – BRC Endspurt

Die Temperaturen werden immer angenehmer und auch ich wache mit den ersten Sonnenstrahlen langsam aus meinem Blogger-Winterschlaf auf. Trainingstechnisch war ich über die Herbst- und Wintermonate hellwach und habe fleißig meine Saisonvorbereitung gemacht. Nur beim Bloggen habe ich die Feder zur Seite gelegt und mir eine längere Pause in der Off-Saison gegönnt. Jetzt lasse ich wieder die Finger fröhlich über die Tastatur tanzen, da es Einiges zu berichten gibt: I have a team!

Ich habe schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken gespielt neben dem Triathlon auch bei dem einen oder anderen Radrennen an den Start zu gehen. In der Planung für 2014 habe ich mir einige Jedermann-Rennen in Berlin/Brandenburg ausgesucht. Allerdings sind diese als alternativ betrachtete Termine erwartungsgemäß in der Saison etwas untergegangen.

Dieses Jahr soll es aber anders werden. Seit Februar bin ich im Berliner Radrenn Club Endspurt (BRC Endspurt), einem 2012 gegründeten Jedermann-Radteam aus Berlin, und werde in der Saison 2015 zwei bereits fest eingeplante Straßenrennen bestreiten. Jetzt heißt es für mich mehr Sicherheit beim Fahren in der Gruppe zu gewinnen, schnell Kurven fahren zu lernen, die Länge meiner Trainingsstrecken kontinuierlich auszuweiten, Kilometer zu sammeln und an der Tempohärte zu arbeiten. Noch so viele Hausaufgaben, die gemacht werden müssen! Eins steht aber fest: in Sachen Motivation war es eine gute Entscheidung! Über den Rest berichte ich dann später, wenn die ersten Rennen absolviert wurden!

Alle Infos, Renntermine und Rennberichte unter:

http://brc-endspurt.tumblr.com/

https://www.facebook.com/BRC.Endspurt

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Luckenwalder Cross-Laufserie

Viel habe ich bis dato über die Vorbereitung für meinen allerersten Marathon, welcher Ende März in Palme de Mallorca statt findet, nicht verraten. Das liegt daran, dass ich mich bei laufrelevanten Themen mit dem Posten etwas zurückhalten muss, sonst würde mein Bike-Blog in ein Lauf-Blog ausarten. Die Vorbereitung läuft aber seit Wochen auf Hochtouren und der Punkt ohne Wiederkehr wurde längst erreicht. Die Radeinheiten auf der Rolle mussten den langen lockeren Läufen im GA1-Bereich weichen. Diese machen zeit- und kraftmässig den Löwenanteil des Lauftrainings aus. Um nicht in die Monotonie von langen Läufen zu verfallen und die Schnelligkeitskomponente nicht zu vernachlässigen, habe ich mich entschieden bei der 32. Luckenwalde Crosslaufserie mitzumachen. An vier aufeinander folgenden Sonntagen wurden von Ende Februar bis Anfang März vier Crossläufe auf unterschiedlich langen und profilierten Strecken in Luckenwalde ausgetragen.

Besonders die Strecken des 2. und des 3. Laufs haben den Zusatz „Cross“ besonders verdient. Sandige, relativ steile An- und Abstiege auf schmalen Waldpfaden haben den Läufern und Läuferinnen viel Kraft abverlangt. Auch der anspruchsvolle Untergrund aus Baumwurzeln, knöcheltiefem Sand, Laub, Steinen und Stöcken machte die Strecken technisch anspruchsvoll und erforderte konstante Konzentration. Für Bänder und Gelenke waren alle Strecken eine Herausforderung und ich bin froh, dass ich verletzungsfrei durchgekommen bin. Wenn man diese tollen Strecken mitten im Wald einmal gelaufen ist, kommt einem ein Straßenlauf sehr eintönig vor.

Aber auch die schönste Erfahrung hat ihre Schattenseite. Mit regelrechtem Entsetzen habe ich bei dem 2. Lauf erfahren, dass die Frauen auf der langen Strecke, für die ich mich angemeldet habe, für den Gesamtpokal der Laufserie überhaupt nicht gewertet werden. Die Wertung für die Frauen erfolgte nur auf der von der LLG Lückenwalde angebotenen mittleren Strecke. Da konnte ich einfach nicht das Gefühl loswerden, dass den Frauen zu wenig zugetraut wird und man sie deswegen in der Pokalwertung auf die deutlich kürzere Strecke „schickt“.

Pokalwertung hin oder her, meine Laufform auf der von mir gewohnten Streckenlänge um die 10 km scheint zu stimmen:

16.02.2014 1. Lauf 9,3 km 40:52 Min
23.02.2014 2. Lauf 11,1 km 47:25 Min
02.03.2014 3. Lauf 10,1 km 43:55 Min
09.03.2014 4. Lauf 8,6 km 38:50 Min

Ich frage mich häufiger, ob ich auch für das Vierfache dieser Strecke gut vorbereitet bin. In den kommenden Wochen werde ich noch ein paar lange Läufe machen und sie mit kürzeren, knackigen Laufeinheiten auflockern. Dann heißt es aber – ganz nach dem Motto „in der Ruhe liegt die Kraft“ – Beine hochlegen und entspannen. In zwei Wochen ist es dann soweit – mein allererster Marathon!

Schattenspiel

Die Geräusche der Stadt und das milchige Licht, mit dem die Laternen in der späten Abendstunde die Straßen übergießen, bleiben langsam zurück.  Die Schritte führen durch den Bogen des Eingangstors, der Allee entlang zum Schloss in die tiefe Finsternis des Parks. Die Kopfleuchte kann die klebrige Dunkelheit nur auf wenige Schritte verdrängen und so läuft sie stets vor mir: pechschwarz und geheimnisvoll. Den Blick auf den Weg gerichtet, entreißt das Licht der Kopfleuchte der nächtlichen Umgebung des Parks einen schmalen Streifen an Informationen über Äste, Blätter und tintenschwarze Regenpfützen, die so bedrohlich bodenlos erscheinen. Keineswegs rein treten! Sonst wird man von diesen schwarzen Mäulern auf Nimmerwiedersehen verschluckt. Den Blick starr auf den Weg gerichtet, an Bäumen, Teichen und Bänken vorbei. Die Vorstellungskraft verbündet sich mit der Dunkelheit. Jetzt laufen sie Hand in Hand vor mir. Unberechenbar und vernunftwidrig eilt die Vorstellungskraft meinem suchenden Blick und meinen Beinen voraus und mahlt mit Verhöhnung im schmalen Strahl der Kopfleuchte auf jeder leeren Parkbank was sie willkürlich aus Fragmenten des einst Gesehenen oder Erdachten zusammensetzt. Was wird sie mir nach der nächsten Kurve in den Weg stellen? Wer wartet auf mich an der kommenden Weggabelung? Der Puls hat den GA1-Bereich längst verlassen und schnellt nach oben. Die Beine ziehen automatisch das Tempo an. Aus einer lockeren Runde im Park wird ein knackiger Tempolauf im Rausch der Gefühle: Endorphine, Herzrasen, Angst und Freude zugleich. Nachtlauf.

Lass rollen

Noch ist es trocken. Noch scheint die Sonne. Aber wenn man morgens das Haus verlässt, kriecht einem die herbstliche Kühle unverschämt in den Kragen und man kann seinen eigenen Atem sehen. Mit den ersten Regentagen wird die Rennradsaison dann endgültig vorbei sein und die schmalen Reifen der Rennräder werden sich vom trockenen Asphalt der Straßen verabschieden. Dafür freuen sich die Mounties und die Crosser über sandige Waldwege und raschelnde Blätter in Herbstfarben. Mein Radtraining für die bereits abgeschlossene Saison war mehr als bescheiden. Die Schuld dafür teilten sich eine Handverletzung und das fehlende Material, da ich letztes Jahr weder einen Rollentrainer noch ein MTB-Fahrrad für das Wintertraining hatte. Dieses Jahr will ich es besser machen und neben Schwimmen und Laufen auch etliche Trainingskilometer auf dem Rad sammeln, damit die Beine in der nächsten Saison über die kurzen 20 km der Sprintwettkämpfe herzlich lachen können. Der Rollentrainer ist schon da und der Trainingsreifen bereits aufgezogen. Jetzt muss ich mir nur noch abwechslungsreiche Trainingsprogramme für mein Wintertraining auf der Rolle aussuchen, damit bloß keine Langeweile aufkommt. Dann heißt es für mich: treten und vor Schweiß triefen!

Von Schnappschildkröten und Blaufußtölpeln

Das ist ja kaum zu glauben! Es ist Ende Mai und die sommerlichen Temperaturen lassen immer noch auf sich warten.  Heute früh war ich mutig und habe vor dem Verlassen der Wohnung auf dem Weg zur Arbeit einen Blick auf das Thermometer riskiert und es gleich bereut: +5 Grad… Die Wetterprognose für die kommenden Tage lässt auch keine Hoffnung: herbstlich kalt und regnerisch. Nicht gerade sehr überraschend, dass ich dieses Jahr noch keine einzige Freiwasser-Trainingseinheit absolviert habe. Wenn ich morgens auf dem Weg zur Arbeit dreilagig angezogen beim Warten auf meine Bahn friere, brauch ich erst gar nicht ins Wasser steigen. Ich weiß, was mich in 17/18 Grad kaltem Wasser erwartet: brennende Kälte im Gesicht, Schnappatmung, blau angelaufene Fingernägel und Ischämie in den Füßen. Dagegen hilf ja auch kein Neo! Das wäre alles nicht so schlimm, wenn ich nicht nächste Woche einen Wettkampf hätte, bei dem ich doch ins kalte Nass steigen muss…Da spüre ich jetzt schon eine langsam aufsteigende Sorge, dass ich wegen der Kälte Schnappatmung kriege und die Schwimmstrecke nicht durchkraulen kann… Sonne, wo bist du denn abgeblieben?!

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