Kategorie: Tech-Talk

Löten für Anfänger

Was kann wohl schöner und exklusiver sein als ein Fahrrad zu fahren, dessen Rahmen man mit den eigenen Händen gebaut hat? Seit ich Robert von Big Forest Frameworks kenne, geistert in meinem Kopf die Vorstellung von einem für mich entworfenen und selbstgebauten Stahlrahmen herum. Gestern habe ich Robert in seiner Werkstatt besucht, um Löten zu lernen. Da ich nie zuvor einen Brenner in der Hand gehalten habe, war ich aufgeregt und sehr gespannt auf eine neue Erfahrung.

Das Zuschneiden der Stahlrohre habe ich schon früher ausprobiert. Die zugeschnittenen Rohre mussten mit Hilfe einer Metallfeile aneinander angepasst werden und ihre Flächen vor dem Löten aufpoliert werden, da eine saubere und oxidfreie Metalloberfläche eine wichtige Voraussetzung für das Benetzen und Ausbreiten eines Tropfens flüssigen Lotes ist. Auf die zu lötenden Oberflächen wurde großzügig das Flussmittel aufgetragen, welches vorhandene Oxide von den Lötflächen beseitigt und ihre Neubildung verhindert. Und dann ging es los: Lot in der Hand, Brenner an und einmal Löten bitte!

Robert hat mir die Vorgehensweise ausführlich erklärt und die ersten Schritte gezeigt. Den Rest durfte ich unter seiner Anleitung selber machen. Das Ergebnis meiner Übung im Hartlöten sieht für das erste Mal gar nicht so schlecht aus. Natürlich aber nicht ohne einen Anfängerfehler: der schwarze Fleck auf dem Bild ist eine Stelle, die ich zu stark erhitzt habe, so dass das Flussmittel komplett abgebrannt ist. Im Anschluss habe ich noch einige Löt-Übungen gemacht, um die Technik zu verbessern und ein besseres Gefühl für die Liquidustemperatur des Lots zu bekommen.

Ich fand das Löten sehr toll und mit etwas Übung für jeden absolut machbar. Sicherlich muss man vorher üben um sicher und genau arbeiten zu können, aber der kurze Crash-Kurs ist ein prima Einstieg in die Grundlagen der Metallbearbeitung und des Lötens.

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Flandria Singlespeed

Das Jahr ist um und ich habe über die Feiertage endlich etwas Zeit gefunden, um mein Flandria-Singlespeed Projekt abzuschließen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Genau in dieser dezenten Weiß-Rot-Schwarz Farbkombination habe ich das Rad vor meinem inneren Auge gesehen, als ich es aus dem Versandkarton ausgepackt habe. Da ich von Flandria echt begeistert bin, kann ich natürlich kaum erwarten ein paar Bilder mit euch zu teilen. Das hier ist nur eine kleine Vorschau, da ich wohl noch eine ganze Weile auf das fotogenere Wetter warten muss, um ein paar schöne Bilder von dem Rad zu machen und es auf eine Spritztour zu nehmen.

zu Besuch bei Big Forest Frameworks

Gestern habe ich Robert von Big Forest Frameworks in seiner kleinen aber sehr feinen Werkstatt in Potsdam-Babelsberg besucht. Seit mehr als einem Jahr entstehen hier handgefertigte, maßgeschneiderte und individuell entworfene Stahlrahmen, die mich neben dem Material durch ihre Schlichtheit und den leichten Anflug von Retro-Design ansprechen. Für all denjenigen, die sich an die Metallschere und -feile trauen und vom Löten nicht eingeschüchtert sind, bietet Robert ein Rahmenbaukurs an, in dem man eigenhändig den Rahmen für sein Traumrad bauen kann.

Neben dem Rahmenbaukurs kann man bei Robert einen kostenlosen zweistündigen Schnupperkurs machen, in dem man in die Grundlagen der Metallbearbeitung eingeführt wird und die ersten Handgriffe wie Rohre zuschneiden, sie in Form feilen und Löten, erlernen kann. Da ich bei meinem Besuch in die Werkstatt keine passende Arbeitskleidung trug, haben Robert und ich uns lange passioniert über Räder, Schrauben, Rahmenbau usw. ausgetauscht und gemeinsame Pläne für ein Fahrrad-Treff in Potsdam geschmiedet. Bei meinem nächsten Besuch wird es wohl nicht nur beim Reden und Planen bleiben: da werde ich testen, ob ich das Zeug zur Rahmenbauerin habe.

Kleiner Tipp: Robert von Big Forest Frameworks kann man auf Berliner Fahrradschau am 22. – 23. März 2014 treffen!

Flandria-„Freddy Maertens“-Rennrad

Mein neues Projekt ist ein belgisches Flandria-„Freddy Maertens“-Rennrad aus den 70er Jahren mit sehr schönen, retro-wirkenden Decals-Manschetten in Weiß. Leider ist der Stahl-Renner in keiner guten Verfassung und hat davor sicherlich keinen guten Umgang genossen. Das Rad ist unfassbar verdreckt. Die verchromte Gabel hat viele Rostpickel angesetzt. Das Textil-Lenkerband erinnert an die verfaulten Binden einer ägyptischen Mumie, die beim Fahren im Wind wehen. Die Decals sind an einigen Stellen leider beschädigt und die schönen Weltmeisterstreifen am Rahmen sind durch das Anbringen der Metallschelle für die Rahmenschalthebel fast vollständig zerstört.

Nach langem Überlegen habe ich mich entschieden einen Single-Speed City-Flitzer daraus zu machen. Das Rad wird etwas abspecken und den Umwerfer, das Schaltwerk und die Kassette verlieren. Dafür darf es aber seinen schönen Rennradlenker mit der Flandria-Gravur behalten. Es wäre zu Schade diesen durch einen modernen Flatbar-Lenker zu ersetzen. Farblich stelle ich mir weiße Elemente vor, die das Weiß der Decals aufgreifen. Jetzt mache ich mich auf die Suche nach passenden Teilen. Bilder von dem Flandria-Make-Over werde ich wie immer in der Rubrik „My Bike-Projects“ posten. Schaut mal bitte später noch mal vorbei, um den Flandria City-Flitzer zu bestaunen!

Dancelli Singlespeed City-Rad ist fertig!

Im Sommer sind nicht nur die Tage länger. Auch die Fahrrad-Schraubprojekte brauchen überdurchschnittlich lang, bis man mit dem fertigen Flitzer zu einem improvisierten Foto-Shooting in den Park radeln kann. Das schöne Wetter lockt nach draußen, die Wochenenden sind mit Wettkämpfen voll und so bleibt nur wenig Zeit, um sich einem aktuellen Projekt zu widmen. So habe ich auch das Dancelli-Rad überdurchschnittlich lang in dem Montageständer zappeln lassen. Jetzt ist es aber soweit: Das Single-Speed City-Rad ist nicht fix aber fertig!

Der Umbau des Rades zu einem Singlespeed war technisch nicht sonderlich anspruchsvoll. Das Rad wurde komplett auseinander genommen, gründlich gereinigt auf einen neuen Laufradsatz von Shimano gestellt. Alle Schaltelemente, die Kassette und ein großer Kettenkranz sind in der Teile-Kiste verschwunden. Ihre Stellen haben ein Paar Spacer, ein Ritzel und Tektro Zusatzbremshebel für Cyclocross übernommen. Lange und vergebens habe ich nach kürzeren Kettenblattschrauben gesucht, da die Originalschrauben für 2-fach und damit zu lang waren. Eine wenig elegante aber gut funktionierende Lösung habe ich dann mit rot eloxierten Unterlegscheiben gefunden. Da das zukünftige Revier des Rads eine Großstadt ist und das Rad seinen Herrchen im Stadt-Alltag begleiten soll, sollte es unbedingt mit Schutzblechen und einem Gepäckträger für eine Fahrradtasche ausgestattet sein. Daher hat Dancelli schlichte 35 mm Curana C-Lite Schutzbleche, von deren Optik ich sehr überzeugt bin, und einen minimalistischen Tubus Fly Gepäckträger bekommen.