2. Radkriterium Teltow. Ein Kommentar

Heute schreibe ich keinen Rennbericht. Heute schreibe ich einen Kommentar zu einem Rennen. Auch wenn das Radkriterium in Teltow eine durchaus gut organisierte und nette Veranstaltung ist, hinterlässt sie bei mir einen schalen Nachgeschmack. Das, was die Organisatoren bei der ersten Auflage in 2015 im Jedermannbereich so gut umgesetzt haben, haben sie dieses Jahr aus mir unerklärlichen Gründen über Bord geworfen. Trotz deutlich gestiegenen Teilnehmerzahlen wurden die separat ausgeschriebene Rennen der Jedermänner Ü50/Frauen (24 km) und Jedermänner U50 (36 km) zusammengelegt und über die Renndistanz von 36 km, jedoch mit getrennter Wertung, ausgetragen. Das Ergebnis: eine überfüllte Strecke, mehrere Stürze und ein unübersichtliches Rennen mit drei unterschiedlichen Leistungsniveaus, in dem die Überrundeten nicht aus dem Rennen genommen wurden und störend in das Rennengeschehen eingriffen. Mit der bedauerlichen Entscheidung die Rennen zusammenzulegen wurde mir die Möglichkeit genommen, ein Rennen zu fahren, in dem ich weitgehend mit dem Hauptfeld mithalten und die Renntaktik üben kann. Wirklich Schade, denn reine Frauenrennen oder Rennen, in denen Frauen mit Senioren 3 und 4 starten, gibt es wohl kaum.

Auch die anschließende Siegerehrung sorgte für Irritation und Kopfschütteln. Bei der Siegerehrung der Jedermänner U50 und Ü50 wurden wie üblich die drei Bestplatzierten geehrt. Bei den Frauen durfte lediglich die Frau aufs Siegerpodest, die als erste ins Ziel kam, obwohl insgesamt fünf platzierte Frauen auf der Ergebnisliste standen. Dazu fallen mir einige bissige Bemerkungen ein. Ich lasse diese aber lieber unausgesprochen. Denn ich habe auch schon Siegerehrungen erlebt, bei denen Männer mit Blumensträußen nach Hause gingen und die Frauen nicht mal namentlich erwähnt wurden. Frauen im Jedermann-Radsport. Darüber wird viel gesprochen und so verdammt wenig gemacht.

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2 Kommentare

  1. Din Eiswuerfel Im Schuh

    Das ist wirklich eine sehr enttäuschende Entwicklung und ich kann dich sehr gut verstehen. Man kann nicht in die Köpfe der Entscheider schauen, aber mir scheint, bei der Kommunikation (siehe letzter Beitrag von dir) und auch hinsichtlich diverser Entscheidungen ist Nachhilfe angesagt.

    Unabhängig von Frauen im Radsport, gab es auch fragwürdige Entscheidungen bei einem Rennen in Brandenburg. Kann mich leider nicht an den Namen erinnern. Auf jeden Fall wurden dort auch Rennen zusammengenommen. Das hatte zur Folge, dass jüngere Teilnehmer nur noch die lange Strecke von zwei angebotenen Rennen fahren konnten. Sie hatten also keine Wahl über die Distanz, was auch für ordentlich Frust bei vielen sorgte, die einfach nicht lange fahren wollten. Die „Kurzstrecke“ blieb den Senioren vorbehalten.

    • cyclonica

      Vielen Dank für Deinen Kommentar, liebe Din. Die längere Strecke hat mich nicht gestört. Ich kann auch gut nachvollziehen, dass die Veranstalter es aufgrund vom bürokratischen Hindernissen und organisatorischen Aufwand nicht leicht haben und dass bei geringer Beteiligung die Startfelder zusammengelegt werden. Bloß gab es in Teltow aus meiner Sicht keine Notwendigkeit dafür, da sich deutlich mehr Rennfahrer/innen als im Vorjahr angemeldet haben. Einige, die starten wollten, haben den vorgezogenen Start wegen der Zusammenlegungen der Rennen verpasst. Das ist in meinen Augen wieder ein Beispiel dafür, dass die Jedermann-Szene stiefmütterlich behandelt wird. Von Frauen schon ganz zu schweigen.

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