Tapetenwechsel beim 13. Radfest „Rund um Buckow“

Nachdem ich beim Garmin Velothon am 31. Mai 2015 solide und ohne heikle Situationen aus dem letzten Block G auf Platz 16 (6 AK) der 60 km-Strecke fahren konnte, habe ich beim 13. Radfest „Rund um Buckow“ im Rahmen des MOL Cycling Cups eine andere Rennerfahrung machen dürfen.

Die ersten vier Runden des 78 km langen Rundkurses mit mehreren Anstiegen in Serpentinen und einer Kopfsteinpflaster-Passage konnte ich gut in einem der Felder fahren. Die Stimmung in der Gruppe war nervös und die Fahrweise etwas hektisch und zaghaft mit vielen kleineren Attacken und Tempoverschärfungen, bei denen ich glücklicherweise mitgehen konnte, um den Anschluss an die Gruppe nicht zu verlieren.

(Foto by: turus.net/frontalvision.com)

Zwei Runden vor Schluss habe ich mich mit Blick auf den bis dahin gefahrenen Schnitt bereits gefreut, dass die Beine noch Körner haben und dass ich dieses durchaus anspruchsvolle Rennen in einem zügigen Tempo und in der Gruppe absolvieren würde. Aber dann ist es passiert: Die Vordermänner zogen plötzlich vom linken Rand des Feldes rechts herüber, um einem überholenden Auto auszuweichen und einer räumte mich dabei bei voller Fahrt von der Straße ab. Außer mir stürzten mehre andere Rennfahrer, die nicht mehr ausweichen konnten. Sie konnten aber schnell wieder aufs Rad steigen und weiterfahren. Ich musste erst einmal meine Kette entknoten und aufziehen, den völlig verdrehten Lenker ausrichten, den verbogenen STI zurechtbiegen und die Bremskörper nachjustieren. Meine Gruppe mit Yvonne von Velonistas und Ronny von Velox Berlin war längst weg und mit ihr auch die gute Laune und die Kraft, die ich Sekunden davor in den Beinen gespürt hatte. Zurückblieben mehrere Abschürfungen, die Entschlossenheit das Rennen zu Ende zu fahren um gewertet zu werden und ein sehr freundlicher Leidensgenosse, mit dem ich die letzte langsame Runde zu Ende drehte. Die am letztem Anstieg abgesprungene Kette, die zwischen dem Ritzel und den Speichen steckengeblieben war und das Hinterrad blockiert hatten, hat mir meine letzten mentalen Kräfte geraubt. Beim Abmontieren des Hinterrads und dem erneutem Aufziehen der Kette konnte ich mir jetzt Zeit lassen. Das Rennen war für mich mit dem Sturz bereits gelaufen.

(Fotos by. turus.net/frontalvision.com , Velox Berlin e.V.)

Der Rest der letzten Runde glich einem lockeren Ausfahren und bot mir die Möglichkeit zur Reflexion. Auch eine negative Erfahrung hat was Positives. Erkenntnisse des Tages:

  • Tapetenwechsel bei einem Sturz mit 42km/h ist ein kleiner Preis für die harte Rennerfahrung.
  • Kopfsteinpflaster kann man fahren: je schneller desto besser.
  • Anstiege kann man fahren: keep calm and continue pedaling.
  • Die netten Begegnungen und Unterhaltungen vor,im und nach dem Rennen und das Auswerten des Rennverlaufs bei einem Getränk machen das schlechte Rennen wieder wett.

Alle Egbnisse des Rennens hier

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4 Kommentare

  1. Din Eiswuerfel Im Schuh

    Das ist in der Tat ein harter Tapetenwechsel und eine noch härtere Erfahrung. Gut, dass dir nicht mehr passiert ist. Konntest du dich schon etwas erholen?

    Ansonsten scheinst du ja topfit zu sein und du wärst bestimmt vorn mitgefahren. Glückwunsch auch zur super Velothon Leistung. Ich hatte dich mittags kurz gesehen, aber du warst zu schnell in der Masse der Menschen verschwunden, als ich dich erkannte.

    • cyclonica

      Danke, leibe Din! Ich werde in den kommenden Wochen Andenken an das Rennen stolz auf der Haut tragen, bin aber auch froh, dass ich nur mit Abschürfungen davon gekommen bin.

      Lieder habe ich Dich beim Velothon nicht gesehen (Du warst bestimmt gaaaanz vorne 😉 ) habe aber sehr gern den Bericht in Deinem Blog gelesen!

  2. Miele

    Nica, ich hatte an dich gedacht am Sonntag! Dein nächstes Radrennen und dann so ein schockierender Ausgang!!! Was muss ich hier lesen?!

    Aber wirklich toll, wie du trotzdem allen Mut zusammen genommen hast und dein Rennen beendet hast – da kommt das Kämpferherz durch 😉 Habe großen Respekt vor deiner Leistung und wünsche dir ganz schnell gute Besserung! Aber wie ich dich kenne, bist du den nächsten Tag direkt wieder aufs Bike gesprungen 🙂

    • cyclonica

      Miele, vielen Dank für die Deine leiben Zeilen! Das ist doch alles gut gegangen! Ich bin froh, dass ich und mein Rad nur mit ein paar Schrammen davon gekommen sind. Es kann also weiter gehen!
      Ich habe über Deine strake Leistung beim Berlin Triathlon gelesen. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle! Mach weiter so! LG, Nica

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