R wie…Retrodirekt

Retrodirekt ist eine Antriebsart, bei der das Fahrrad nur zwei Gänge hat, die völlig mechanisch ohne jegliches Schalten funktionieren. In welchem Gang man fährt, wird beim Retrodirekt-Antrieb allein über die Tretrichtung gesteuert. Tritt man wie gewohnt vorwärts, fährt man einen höheren Gang. Tritt man rückwärts, fährt man einen kleinen Gang mit geringerer Übersetzung – zum Beispiel am Berg. Auch beim Rückwärtstreten fährt man selbstverständlich vorwärts.

Diese aus Frankreich stammende Technik, die dort bei Retrodirekt-Fahrrädern in den 1920-/30-er Jahren verbaut wurde, verwendet zwei parallele Freiläufe mit unterschiedlich großen Ritzeln und einen Umlenker. Die Kette ist dabei gekreuzt verlegt und führt über beide Ritzel. Das Prinzip ist an sich relativ simpel aber genial!

Die Technik hat sich nicht durchgesetzt und  man sieht daher die Fahrräder mit Retrodirekt-Antrieb sehr selten und meistens nur auf Ausstellungen von Rad-Klassikern. So ein Rad habe ich dieses Jahr auf der Fahrradschau gesehen. Die fachkundigen Jungs, die neben mir standen und auch staunten, haben mir versichert, dass das tatsächlich funktioniert! Faszinierend! Sehr gern möchte ich die Gesichter von Passanten sehen, wenn man beim Rückwärtstreten mit dem Rad lässig den nächsten Hügel hochfährt! Schon sehr verrückt!

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