Radpendeln: erst Spaß – dann Arbeit!

veloloveVor zwei Monaten ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Nicht nur weil ich einen tollen, neuen Job gefunden habe, sondern auch weil die Lage der neuen Arbeitsstätte es mir endlich erlaubt mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Davor war daran gar nicht zu denken: 40 km in jede Richtung und das größtenteils quer durch Berlin. Jetzt führt mich mein Arbeitsweg über die Glienicker Brücke, der Königsstraße entlang, weiter auf den Kronprinzessinnenweg, am Messergelände vorbei bis zum Westend. 25 km in jede Richtung hat man so auf den Beinen und als Nebenwirkung noch ein zufriedenes Lächeln im Gesicht.

Wenn man häufig mit dem öffentlichen Verkehr fährt, kennt man die kleinen Ärgernisse des Unterwegseins: kurz die Zeit aus den Augen verlieren und die Bahn verpassen, sich über schon wieder gestiegene Ticketpreise wundern, auf Anschlusszüge ewig warten oder zusehen wie sie einem vor der Nase wegfahren, oder gar ausfallen, sich über zu laute/ zu riechende/ zu unverschämte Fahrgäste ärgern…

Nicht mehr! Mit dem Rucksack auf den Schultern und Schlaf in den Augen steige ich auf das Rad und lasse es rollen, freue mich über die frische Morgenluft und Sonne, schaue mir an, wie die Bäume an mir vorbeiflitzen, lausche dem leisen Schnurren der Reifen auf dem Asphalt , dem gelegentlichen Klicken des Freilaufs und dem Gesang der Vögel. Eine tolle Einstimmung auf den Arbeitstag!

Auch den Weg nach Hause genieße ich. Ich fahre los, wenn ich losfahren will. Ich halte an, wenn ich anhalten muss. Der Hinweg wird jetzt rückwärts abgespult. Die Laufräder ziehen die Straße unter mir wie ein Laufband weg. Auch die Gedanken laufen im leichten Gang. Auf dem Kronprinzessinnenweg ist nachmittags viel los. Die morgendliche Stille und Gemütsruhe werden durch Skater, Jogger und Radfahrer aufgemischt. Mein Auge sucht sich markante Gestalten aus: einen Fahrradpendler der in voller Montur inkl. Aerohelm mit einer Zeitfahrmaschine zur Arbeit fährt und einen älteren Mann, der mit coolen Vintage-Radklamotten jeden Tag auf dem Rad seine Runde dreht. Schon nach wenigen Fahrten erkennt man Räder und Leute, so wie man früher verschlafene Gesichter an der S-Bahn Station erkannt hat.

Dann muss ich ein letztes Mal Druck auf die Pedale bringen um über den Hügel zu klettern und lasse es dann locker ausrollen. Potsdam, empfange mich herzlich, ich bin wieder da!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s