So war er…der Berlin Triathlon

Für den Wettkampf in Schneeberg im Rahmen der Regionalliga Ost wurde ich von meinem Verein nicht aufgestellt, da von acht Teammitgliedern pro Wettkampf nur fünf Personen startberechtigt sind. Daher habe ich mich kurzfristig entschieden bei dem Berlin Triathlon am 02. Juni in Treptower Park über die Sprint-Distanz (0,75-20-5) an den Start zu gehen. Da der Wettkampf in Schneeberg aufgrund einer Wassertemperatur von unter 14 Grad abgesagt wurde, hat man im Starterfeld in Berlin noch ein paar Zeppelin-Gesichter aus dem Regionalliga-Team der Frauen erkennen können.  Was für ein Tag! Von diesem Wettkampf habe ich ein Pfund Wettkampfhärte und ein Quäntchen mehr an Selbstvertrauen mit nach Hause nehmen können. Der Wetterbericht für den Sonntag, an dem geschwommen, geradelt und gelaufen wurde, hat  schon in den Tagen davor für Unmut und tiefe Falten auf der Stirn gesorgt. Im Kopf geisterten Gedanken, die sich wie eine Karussell  um viel zu kaltes Wasser, Schnappatmung, nasse Fahrbahn, Slicks, Sturzrisiko, Windschattenfreigabe, fehlende Fahrerfahrung in Gruppen und mangelhaftes Radtraining drehten.

An dem Wettkampftag wurde es aber nicht besser: Wassertemperatur 17 Grad, Lufttemperatur 14 Grad, Nieselregen und relativ starker Wind…Auch die Zeit vor dem Start hat einem mental so einiges abverlangt: langes Anstehen zum Check-in in die Wechselzone bei Dauerregen, Umziehen in der Kälte und  im Dauerregen, Wechselzone einrichten im Dauerregen und dann sehr langes Warten, Frieren und Zittern….Als meine Welle zum Start aufgerufen wurde, habe ich schon so geschlottert, dass ich mich auf das Wasser schon fast gefreut habe. Und dann ging es endlich los! Beim Schwimmstart habe ich mich seitlich eingeordnet und konnte abgesehen von ein paar Tritten relativ ungehindert und souverän die Schwimmstrecke durchschwimmen. Von der so berüchtigten Schnappatmung keine Spur! Die klammen und kalten Hände wollten dann bei dem Wechsel zum Radfahren nicht so richtig mitmachen, so dass ich für den ersten Wechsel wahrscheinlich etwas länger gebraucht habe…

Auf dem Rad war es dann im Regen etwas abenteuerlich. Es regnete und ich musste in den Kurven stark die Geschwindigkeit drosseln, um nicht zu stürzen.  Ich habe mich zuerst von einer Gruppe zu anderen lang gehangelt, hatte dann auf der Teilstrecke mit starkem Gegenwind leider den Anschluss zur der Gruppe verloren und musste im Alleingang gegen den starken Wind ankämpfen, was mich auch Zeit gekostet hat. Auch auf den letzten zwei  Runden ließ sich einfach kein breiter Rücken finden, hinter dem ich mich verstecken konnte. Ohne weitere Vorkommnisse und mit viel Dreck und Spritzwasser im Gesicht bin ich zum zweiten Wechsel in der Wechselzone angekommen. Rad zur Seite stellen, Laufschuhe an und los ging es schon auf die Laufstrecke. Vor lauter Kälte waren meine Füße so kalt und taub, dass ich sie auf den ersten zwei Laufkilometer gar nicht spüren konnte und nur sehr mühsam vorankam. Nach dem Wendepunkt konnte ich wieder Gas geben und habe mich bei dem Zieleinlauf doch sehr gefreut, dass ich trotz der widrigen Wetterbedingungen gestartet bin.

Mit den Ergebnissen bin ich angesichts der Wetterbedingungen auch zufrieden. Zeit 01:26:03, 18. Platz von 100 Frauen und 4. Platz in meiner Altersklasse von 25 Teilnehmerinnen. Noch erfreuliche sind für mich aber die Selbsterkenntnisse und die Wettkampferfahrung, mit der das Zähne-zusammenbeißen belohnt wurde.

Alle Ergebnisse unter: http://www.triathlon-service.de/ergebnisse/liste.php?nr=3994

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